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Buchgenres Kompakt - Handbuch der Genres von Actionthriller bis Zeitgeschehen von Annette Huesmann

Inhalt: Was sind eigentlich Genres?

Hat das Zielpublikum damit zu tun? Geschlecht? Alter? Wenn es das eine ist, kann es dann das andere nicht mehr sein?

 

Die Autorin beschreibt folgende Genres und ihre Subgenres:

  • Krimi
  • Thriller
  • Liebesroman
  • Science Fiction
  • Fantasy
  • Horror
  • Historischer Roman
  • Gesellschaftsroman
  • Zeitroman
  • Familienroman
  • Reiseroman
  • Abenteuerroman

 

Sowie nichtfiktionale Genres:

  • Sachbuch
  • Fachbuch,
  • Ratgeber
  • Reiseliteratur
  • Biografie
  • Tatsachenroman

 

Es wird diskutiert, ob Fantasy und Phantastik dasselbe sind und falls nicht, wo die Unterschiede liegen. So wie ich es bisher verstanden hatte und auch hier bestätigt lese, spielen Fantasyromane in einer Welt, die sich von unserer vollkommen unterscheidet und ggf. komplett andere Wesen beinhaltet, die nicht unbedingt allzu menschenähnlich sein müssen.

 

In der Phantastik kann es durchaus in unserer realen Welt spielen, nur ein paar Kleinigkeiten sind anders, jemand kann beispielsweise ein bisschen zaubern, Gedanken lesen oder sieht plötzlich tote Menschen (Zugegeben, einige dieser Beispiele kommen nun von mir, nicht von der Autorin). Kurz gesagt: Es hält sich nicht an die hiesigen Naturgesetze, jedenfalls nicht hundertprozentig.

 

Ebenfalls interessant: Die Abgrenzung zu Science Fiction. Science Fiction versucht, die Dinge mittels fortschreitender Technik zu erklären, selbst wenn gewisse Dinge wie Zeitreisen niemals möglich sein werden. Fantasy muss nichts erklären, es ist Zauberei. Beziehungsweise die Realität der Welt, die beschrieben wird.

 

Außerdem geht sie ein auf ein Crossover von Genres wie einem historischen Kriminalroman oder ein anderes Genre in einem Nebenplot wie eine Liebesgeschichte in einem Thriller usw..

 

Etwas überrascht war ich über so einige Subgenres des Liebesroman. Nackenbeißer? Paranormale Liebesromanze? Was es alles gibt!

Reflektion: Es heißt kompakt, nicht verbose. Leider

Mir hätte das Buch besser gefallen wenn es "Buchgenres Verbose" geheißen hätte. 127 Seiten sind nicht genug für all die unterschiedlichen Genres mit ihren Subgenres.

 

Gut gefallen haben mir die zwei Beispiele aus jüngster Zeit für jedes Hauptgenre. Da ich einige davon kannte, konnte ich mir ein gutes Bild machen. Gern hätte ich noch ein Beispiel für jedes Subgenre gehabt (und vermutlich die meisten Beispiele früher oder später auch gelesen) und deutlich mehr über die Geschichte, Entwicklung und kontemporäre Entwicklungen gelesen, zudem außerdem erfahren, welche Genres wo damals und heute besonders beliebt sind. Mein Wissensdurst ist nicht vollständig gestillt, lediglich angefixt.

Natürlich ist das auf 127 Seiten nicht zu leisten und nicht umsonst heißt es ja auch "Kompakt". Es ist absolut das drin, was draufsteht und sie hat auch wahnsinnig viele nützliche Informationen auf kleinen Raum gestellt.

 

Allerdings bringt mich das ganze Projekt vielleicht auf die Idee, mal selber einige der Subgenres zu untersuchen, die mir interessant vorkommen. Vielleicht kann ich selber hier auf diesem Blog die Geschichte dieser Subgenres verfolgen und Beispiele finden, die ich dann wiederum rezensieren kann. Nun, das braucht Zeit, Arbeit und Recherche, also ist das eher ein mittelfristiger Ausblick.

 

Die Autorin ist wohl eher Schreibtrainerin und auch selber Autorin (bisher zweier Romane, wenn ich das richtig sehe) als Literaturwissenschaftlerin. Die Amazon-Bewertungen sind auch entsprechend durchwachsen, Literaturwissenschaftsstudierende vermissen Details und Tiefgang, außerdem werden einige Genres ausführlich behandelt (Krimi) und andere eher weniger gründlich (Horror, Phantastik). Mir ist vor allem aufgefallen, dass die nonfiction-Genres sehr viel kürzer abgehandelt wurden, was mir persönlich aber Recht war, da ich mich in der Hauptsache für die anderen interessierte.

 

Außerdem werden zwar bei den Beispielen durchaus deutschsprachige Autor*innen genannt, einige werden aber auch nicht erwähnt, obwohl das durchaus passend gewesen wäre wie Elisabeth George oder gar Karl May, der bei den Abenteuerromanen tatsächlich fehlt.

 

Bei einer zweiten Auflage kann man ja vielleicht noch nachbessern, das würde mich sehr freuen.

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