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Cupida von Patricia Eckermann

Harte Fakten

Titel Cupida
Autor*in Patricia Eckermann
Erscheinungsjahr 2016
Seitenzahl 100

Inhalt

Ich bin nicht die Zielgruppe dieses Romans, beileibe nicht. Also bemühe ich mich mal, es so zu rezensieren als hätte ich eine Elfjährige Tochter, die das Buch gelesen hat.

 

Sehr subtil ist der Roman nicht, vermutlich der Zielgruppe angemessen. Das Geheimnis darum, warum sich die Eltern kürzlich getrennt haben, wir rasch gelöst und ist etwas enttäuschend. Dass doch mehr dahintersteckt, wird erst später klar.

 

Nachdem Sara dann endlich von Cupido als Gehilfin akquiriert wurde und mithilfe eines magischen Tablets Liebestränke herstellen kann, wird es dann deutlich unterhaltsamer. Die Liebestränke müssen von beiden aus dem gleichen Gefäß getrunken werden, was verständlicherweise oft zu Problemen führt.

 

Sehr gelungen sind allerdings die Paare, die Sara zusammenbringen muss. Selbstverständlich sind nicht alle heterosexuell und beileibe nicht alle jung und schön. Für die Zielgruppe sehr gut und unaufdringlich dargestellt, dass Liebe für alle da ist. Auch für den anstrengenden Nachbarn oder die muffelige Postbotin. Schön fand ich, wie wenig klischeehaft die beiden Schwulen dargestellt wurden. Als Mitglieder einer Rockband und mit vielen Tattoos.

 

Der Roman beantwortet alle Fragen, die sich während der Handlung stellen. Die beste Freundin Michaela ist ganz cool, der Schwarm Tom bleibt sehr eindimensional. Die interessantesten Figuren sind fast der Lehrer und der Referendar, sowie Benjamin, dessen Äußeres auch ansprechend beschrieben wird. Generell bekommt man von allen Charakteren Augen- und Haarfarbe geliefert. So kenne ich das sonst auch aus Jugendbüchern.

 

Die Zielgruppe würde ein paar mehr Macken und unerwartete Wendungen schon vertragen. Außerdem ist Sara immerhin schon sechzehn und da ist man ja eigentlich schon ein wenig tiefgründiger. Es gibt auch weniger Verwechselungen und Pannen, als man erwarten würde bei einer Jobanfängerin. Da wäre schon noch der eine oder andere witzige Moment mehr drin gewesen. Einiges wird außerdem nur behauptet, zum Beispiel wie cool der Referendar ist und wie spleenig der Geschichtslehrer, da wäre mehr Show don't tell drin gewesen.

 

Über die Autorin

Laut der Rezension in der Queer*Welten, aufgrund der ich mir das Buch gekauft hatte, ist die Autorin eine Schwarze Deutsche. Ihr Ehemann ist gleichzeitig bei vielen Poojekten ihr Co.-Autor (aber nicht bei Cupida). Sie schreibt eher Fantasy, hat aber auch ein autobiografisches Werk, die Novellenreihe "Viertelherz", da geht es um das Schwarzsein Deutschland und um Köln-Ehrenfeld. 

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