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Queer*Welten Ausgabe 2

Harte Fakten

Titel  Queer*Welten Ausgabe 2
Herausgeber*innen  Judith Vogt; Kathrin Dodenhoeft; Lena Richter
Erscheinungsjahr  2020
Seitenzahl  72
Autor*innen  James Mendez Hodes, Rafaele Creydt, Sarah Burrini, Aski-Hayat Dogan, Elena L. Knödler
Anzahl Geschichten  4 und ein Essay, dazu 6 Rezensionen

Inhalt

Vorwort

Total sympathisch. Auch die Worte, die dort über Einreichungsbedingungen verloren werden. Own Voices sind zwar besonders erwünscht, aber prinzipiell passen auch feministische Themen in das Heft. Ich bin gespannt, was noch kommen wird.

 

Was der Krieg frisst (von Rafaela Creydt)

Sie ist die Mutter des Krieges, ihr Schlachtruf lautet "Ansha Wah!". Eigentlich dient ihr Tanz nur dem Krieg, mit ihren Waffen. Erst der aus dem Süden zeigt ihr, wie man anders tanzt. Der Titel zeigt schon ein wenig, worum es eigentlich in dem Text geht. Die Autorin hat bereits zwei Werke veröffentlicht, beide im Verlag "In Farbe und Bunt".

 

Comic: Traditionen (von Sarah Burrini)

Cool gezeichnet. Traditonen kritisch hinterfragt. Sarahs Comics erscheinen regelmäßig auf https://sarahburrini.com/.

 

Held*innengeschichte (von Askin-Hayat Dogan)

Entschuldigung, ich bekomme hier mit Jimdo nicht alle Sonderzeichen im Namen gescheit hin.

Die Geschichte ist ziemlich genial und passt so gut in die Queer*Welten, dass ich mir vorstellen kann, sie wurde genau hierfür verfasst.

Sophie möchte zur Ausschreibung "Heldengeschichten" nichts einreichen, weil sie über Heldinnen schreiben will. Ihr Opi versucht sie zu überzeugen, es trotzdem zu machen, um den Horizont der anderen zu erweitern. Sehr positive Herangehensweise. Cool dann der Schluss, da musste ich dann schmunzeln. Der Autor ist auch auf Twitter.

 

Sagittarius A* (von Elena L. Knödler)

Für mich ist das die erste Story mit anderen Pronomen und ich kam gut klar mit "en", "em", "xier" und co.. Nun gut, beim ersten Mal dachte ich, es sei ein Tippfehler, aber ich habe dann gemerkt, was gemeint war.

Hier ist dann echte coole Science Fiction am Werk und die Story kann sich gut mit dem messen, was ich gerade in diversen SF-Klassiker-Anthologien aus den USA und co. lese. Auch sie ist bei Twitter und hat eine Webseite.

 

Von Orks, Briten und dem Mythos der "Kriegerrasen" Teil 2: Sie sind keine Menschen (von James Mendez Hodes)

Es ist nicht ganz einfach, das auf wenige Sätze zusammenzufassen, schließlich ist seine Untersuchung sehr tiefgründig, von persönlichen Erfahrungen gespickt und mit zahlreichen Quellen belegt. Eigentlich denke ich, jede*r sollte diese beiden Artikel gelesen haben. Den zweiten Teil finde ich sogar noch besser.

Auf Englisch ist das auch auf seiner Webseite kostenlos möglich. Dass die ursprünglichen Tolkien-Orks von Mongolen inspiriert waren, hatte er ja in Teil 1 belegt.

Dieser Teil liest sich ein wenig erlösender und praktischer. James ist Rollenspieler (wie ich, auch wenn ich etwas aus der Übung bin) und geht auf das sehr bekannte Dungeons & Dragons ein. Warum sind Orks grundsätzlich NPCs (Nicht-Spieler-Charaktere)?

Warum sollte es auch im Spiel keine menschenähnlichen "Rassen" geben, die grundsätzlich (von Geburt an) böse sind, entmenschlicht werden und daher auch deren Kinder bedenkenlos ermordet werden? (Das ist der Kernpunkt, jedenfalls habe ich das so gelesen.)

Wie können wir das Ruder herumreißen? Die Orks frei entscheiden lassen: werde ich böse oder nicht? Falls ich böse bin, hat das einen Grund und ist nicht einfach von Geburt an so. Dann werden Orks auch spielbar für uns. Komplexer. Die Anregungen am Ende des Aufsatzes haben mir sehr gut gefallen. Ohne James hätte ich nie darüber nachgedacht, wie schädlich diese Ideen im Spiel sein könnten. Die Paralellen zum Rassismus sind allerdings für mich nicht mehr wegzudenken, da ich sie einmal gezeigt bekommen habe.

 

Rezensionen

Ich darf ja keine Rezensionen lesen, da ich sonst wieder Bücher kaufe. Hier werden sechs Bücher rezensiert und mindestens vier davon klingen interessant, wie z. B. (unvollständige Auswahl):

Patricia Eckermann: Cupida (OK, das habe ich mittlerweile gekauft)

Sharon Dodua Otoo: Synchronicity (das am Rande erwähnte "the things i am thinkin while smiling politely" interessiert mich auch)

Octavia Butler: The Parable of the Sower

Nnedi Okorafor: Binti

N. K. Jeminism: How Long 'til Black Future Month?

Die drei letzgenannten gibt es bei Audible als Hörbücher, allerdings auf Englisch. Die Bücher von Sharon Dodua Otoo scheint es nicht als eBook zu geben.

Die Besonderheit hier ist, dass alle Autor*innen People of Color sind.

 

Es gibt noch Infos zum Cover, das diesmal von Jack Sleepwalker (cooles Twitter Profilbild) stammt und dann ist es leider auch schon wieder vorbei mit dieser Ausgabe. Ich freue mich schon auf die nächste.

 

Kleine Anmerkung zum eBook:

Meins hat kein Kapitelmenü. Das wäre aber praktisch, wenn ich nach dem Lesen die Rezi schreibe und hin und her springen möchte. Ganz hinten gibt es ein Inhaltsverzeichnis mit Links zu den einzelnen Beiträgen.

 

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