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Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne

Harte Fakten

Titel Reise zum Mittelpunkt der Erde
Autor Jules Verne
Erscheinungsjahr 1864
Länge Hörbuch 6 Std. 49 Minuten
Sprecher*in Timmo Niesner

Inhalt

Ich hätte ja gern die Version genommen, in der Rufus Beck liest, aber die war gekürzt. Also Timmo Niesner. Der macht seine Sache sehr gut, aber natürlich anders als Rufus Beck.

 

Von Jules Verne weiß ich bisher nicht viel, nur wenig aus Sekundärliteratur. Ich habe den Eindruck, dass ich zumindest ein paar Klassiker nachholen muss, bevor ich mich mehr auf zeitgenössische Science Fiction konzentriere. Damit man mal sieht, wo wir heutzutage so klauen.

 

Der Plot ist ziemlich cool. Der Ich-Erzähler Axel und sein Onkel (=Oheim), der Professor, stoßen auf ein Schriftstück, das allerdings verschlüsselt ist. Axel knackt das Rätsel recht bald und kann den Inhalt entziffern. Weil er aber keine Lust auf eine lange, anstrengende Reise hat, die sein Oheim sicherlich anstreben würde, wenn er ebenfalls den Inhalt entzifferte, behält er sein Wissen zunächst für sich.

Sein Onkel ist so entschlossen, das Rätsel zu lösen, dass er sich, seinen Neffen und seine Haushälterin hungern lässt, bis es gelöst ist. Sein Neffe gibt auf und weiht den Onkel ein.

 

Das Schriftstück offenbart einen Weg zum Mittelpunkt der Erde: Durch einen verloschenen Vulkan in Island. Allerdings kann man nur Ende Juni durch den Vulkan klettern. Der Neffe denkt sich, es sei ja noch Zeit, schließlich ist erst Mai. Der Onkel weist aber darauf hin, dass von Kopenhagen nach Island nur einmal im Monat ein Schiff fährt, so planen sie den Start der Reise für den übernächsten Tag.

 

Die Zugreise von Hamburg nach Kiel dauert drei Stunden (heute: 1 Stunde bis 1 Stunde 20 Minuten je nach ICE oder RE). Von Kiel nach Kopenhagen fahren sie mit dem Dampfer. Die Überfahrt von Kopenhagen nach Island dauert allerdings zehn Tage. Da merkt man dann schon, dass man sich in einem gänzlich anderen Jahrhundert befindet. Der kurze Aufenthalt in Kiel wird beschrieben, die grünen Ufer mit den Badehäuschen - das haben wir seitdem ja gut zuzementiert (ich wohne seit 2011 in Kiel).

 

In Island geht es dann richtig los. Sie tun sich mit dem Führer, einem recht wortkarten Isländer namens Hans, zusammen und ab geht's zum besagten Berg. Aufstieg, dann Abstieg. Und dann sind sie wirklich, wirklich lange unterwegs.

 

In der Erde mangelt es auch nicht an Abenteuern. Da geht das Wasser aus, die Nahrung, der Ich-Erzähler verläuft sich und wird von den anderen getrennt, ein unterirdisches Meer taucht auf, ein Unwetter, das sie wieder zurückwirft, fossile Lebewesen bis hin zu Dinosauriern und am Ende sogar ein Vulkanausbruch.

 

Die drei Reisenden sind sehr gut charakterisiert. Hans ist quasi unterschrocken und tut immer das Richtige, der Professor verliert fast nie den Optimismus und seine Zielsicherheit. Der Ich-Erzähler ist zwar ängstlicher und hadert oft damit, überhaupt mitgekommen zu sein, genießt aber auch häufig die Entdeckungen, die gemacht werden und stellenweise auch das Abenteuer.

 

Hätte man mich zu diesem Thema brainstormen lassen, ich hätte weit weniger Ideen gehabt, und das, obwohl ich mehr als 150 Jahre später lebe und in den letzten 150 Jahren literarisch doch einiges los war. Mir ist es oft ein Rätsel, wie die Autorinnen und Autoren der Klassiker solche Ideen entwickeln konnten. An Phantasie oder Talent mangelte es ihnen jedenfalls nicht.

 

Es gibt genügend Wendungen oder Begebenheiten, mit denen ich nicht gerechnet habe. Als nächstes werde ich wohl Käptn Nemo lesen. Ähm, 20.000 Meilen unter dem Meer. Aber diesmal nicht als Hörbuch, damit ich in meiner eigenen Geschwindigkeit vorgehen kann.

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