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The Year's Top Short SF Novels 5 2014

Harte Fakten

Titel The Year's Top Short SF Novels 5
Autor*in Cory Doctorow, Ken Liu, John P Murphy, Jay O'Connell, William Preston, Alastair Reynolds
Erscheinungsjahr 2015
Länge Hörbuch 15 Std. 54 Min
Sprecher*in Tom Dheere , Nancy Linari
Anzahl Geschichten 6

Inhalt

Fazit für Eilige

Kurzgeschichten sind das streng genommen nicht. Eine Story dauert zwischen zwei und fast vier Stunden. Die Kurzgeschichte von Ken Liu kannte ich bereits aus der Paper Menagerie, dort hatte ich sie gelesen.

Neben der Geschichten von Ken Lie mochte ich "Of all possible worlds" am liebsten. Sowohl von der Thematik her und so ziemlich allem anderen, es ist eine schön runde Geschichte. Claudius Rex war sehr unterhaltsam, fast frech, außerdem am Besten vorgelesen.

 

Claudius Rex (von John P. Murphy)

Claudius Rext gibt es gar nicht. Das ist nur die Erfindung der KI, die sich plötzlich im Kopf des Protagonisten Baldwin installiert hat. Die KI beauftragt Baldwin auch, einen vermeintlichen Selbstmord zu lösen. Die Schlagabtausche zwischen Baldwin und der KI sind herrlich, der Mordfall spannend und interessant. Detektivstory der Zukunft, loses Mundwerk, erinnerbarer Protagonist.

Am Ende gibt es dann den Klassiker: Alle Verdächtigen sitzen an einem Tisch und es wird aufgeklärt. Ich persönlich habe definitiv noch nicht genug von derartigen Szenen.

 

Each in His Prison, Thinking of the Key (von William Preston)

Und nun zu etwas völlig anderem.

Während die Story von Murphy eher leichtfüßig-kriminalistisch ist, ist diese hier fast doppelbödig, ruhig und vorsichtig. Spannend auf eine ganz andere Art und Weise. Der Protagonist Jimmy, mit (ziemlich subtilen) besonderen Fähigkeiten beginnt, einen Gefangenen zu beobachten, der von allen Methusalem genannt wird, da er schon so lange einsitzt und sehr alt ist. Warum er sitzt, wird Jimmy nicht mitgeteilt. Augenscheinlich sitzt und steht er nur, geht nicht einmal in seiner Zelle spazieren. Nun - augenscheinlich...

Zwei Szenen fand ich am spannendsten: Zu Beginn kauft Jimmy bei einem sympathischen Labertaschen-Nerd alte Pulp-SF, die angeblich von der Großgroßgroßtante (oder Kusine) des Verkäufers stammen. Hier wird die Pulp-Literatur der 40er sehr retrospektiv erläutert, jemandem, der davon nie gehört hat. Macht großen Spaß.

Dann gibt es später eine Szene, in der ein Mann gerettet wird, für mich der Höhepunkt der Story.

Alles andere war mir irgendwie zu viel reflektiert und zu wenig Action. Womöglich ist es aber auch das falsche Medium, diese Story als Hörbuch zu haben. Gelesen hätte sie mir besser gefallen, wenn ich meine Geschwindigkeit selber wählen kann.

 

The Last Log of the Lachrimose (bei Alastair Reynolds)

Die Besatzung, zwei Frauen, ein Mann und ein Affee. Der Ort: Ein mir unbekannter Planet mit Atmosphäre, in der mensch überleben könnte, man behält aber trotzdem lieber seinen Anzug an. Dann stoßen sie auf die Notizen einer dort gestrandeten Frau, die allerdings nicht aufzufinden ist, auch nicht ihre Leiche. Was mag mit ihr passiert sein? Und, noch wichtiger: Was passiert mit der Besatzung, die sich zurzeit auf dem Planeten befindet?

 

Of All Possible Worlds (von Jay O'Connell)

Immer wenn ich denke, ich brauche mal eine Pause, es wird mir zu schwierig, kommt dann wieder etwas leichter verständliches.

Der Ich-Erzähler Konstantin möchte seiner langjährigen Freundin endlich einen Heiratsantrag machen. Der Nachbar von oben drüber ist 95, nicht mehr ganz zuverlässig und hätte kürzlich fast versehentlich das ganze Haus abgebrannt. Man kann ihn aber nicht einfach ins Heim abschieben, ohne dass es genügend Vorfälle dieser Art gibt. Konstantin nimmt Kontakt zu dem Nachbarn auf, versucht, die Situation zu verbessern. Durchaus aus Eigennutz, er möchte schließlich nicht in seiner Wohnung zu Schaden kommen.

Bisher war es alltäglich, dann hört es aber damit sofort auf. Wo kommt das ganze viele Geld auf dem Konto plötzlich her? Wohnung und Einrichtung haben sich komplett zum Guten verändert, die Heirat ist bereits erledigt und sie erwarten einen Sohn. Der alte Mann steckt dahinter. Als Konstantin dann beginnt, für ihn alte Zeitungen zu scannen, geht es schon fast in Richtung "Das Orakel vom Berge". Geile Story. Trotz aller Entbehrungen für den Protagonisten versöhnlicher Schluss.

 

The Regular (von Ken Liu)

Siehe Rezension in "The Paper Menagerie", dem kann ich nichts hinzufügen. Super futuristische Detektivinnenstory.

 

The Man Who sold the Moon (von Cory Doctorow)

Stark in Erinnerung bleibt mir die Thematik Krebs - es geht gleich los mit einer drohenden Krebsdiagnose für den Ich-Erzähler und später wird das Thema erneut für eine Nebenfigur aufgegriffen. Außerdem die durchaus unterhaltsame Frage: Hat der Mond es nicht verdient, in Ruhe gelassen zu werden? Er ist doch nur Fels mit ein bisschen Staub, hat so etwas Rechte?

Es wird ein "Gadget" entwickelt, dass auf den Mond reisen kann. Es hätte mir sehr geholfen, wenn ich früher geschnallt hätte, dass die Geschichte in den Fünfziger Jahren spielt, noch vor der Mondlandung.

Nebenbei gibt es eine Liebesgeschichte, die aber aus meiner Sicht weniger Raum einnimmt als die Geschichte der Männerfreundschaft (was auch total ok für mich ist).

Besonderheit: Der Autor veröffentlicht seine Bücher unter CC-Lizenz.

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