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Arcana Magazin für klassische und moderne Phantastik

Inhalt des Magazins

Es gab auch schon Vampirgeschichten vor Bram Stoker. Jetzt kenne ich eine Vampir-Novelle aus dem Jahre 1890 von Oswald von Mortizdorf. Zugegeben, ich dachte erst, die Redakteure drucken einen kontemporären Text ab und wollen ihn nur durch solche Informationen interessant machen. Nur um später aufzulösen, dass es in Wirklichkeit von Karlheinz Schmitt 2019 geschrieben wurde. Vor allem, als der zweite Text aus den 1920ern in Ausgabe 24 als literarisch nicht sehr qualitativ bezeichnet wurde. Ich grinste und hielt das alles für witzig.

Nicht witzig. Ernst. Und wahr. Ich habe es nicht durchgehalten, diese Kurzgeschichte zu lesen.

 

Richtig gut wird die Arcana bei den Artikeln: Franz Rottensteiner ist 75 geworden. Er hat unter anderem die phantastische Bibliothek des Suhrkamp Verlags herausgegeben (1980-1998) und außerdem die Loseblattsammlung "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur". Als Bibliothekswissenschaftlerin kann ich mir unter einer Loseblattsammlung konkret etwas vorstellen. Es leuchtet mir ein, dass das Werk irgendwann echt viel Platz eingenommen hat und außerdem so preisintensiv war, dass nur wenige Privatpersonen es besitzen und auch nicht gerade viele Bibliothek es im Bestand hatten/haben. Schade eigentlich, es wäre interessant darin herumzublättern und zu stöbern. Die Sammlung wurde mittlerweile eingestellt. Wer glaubt, es gäbe ja alle Informationen im Internet, der irrt: Der Werkführer bietet einige Informationen, die man eben nicht im Internet findet und wurde zudem von Fachleuten zusammengestellt, die sich mit der phantastischen Thematik seit Jahrzehnten auseinandergesetzt haben. In Heft 25 äußert sich Rottensteiner auch selber zu dem Werkführer und den Gründen der Einstellung. Außerdem gibt es in Heft 25 mehr Rezensionen. Wie man sich denken kann stehe ich auf Rezensionen. Ich darf nur nie zu viele auf einmal lesen, weil ich dann plötzlich mehr Bücher kaufe als ich lesen kann.

 

Nummer 25 bietet auch den hervorragenden Artikel über Eddi M. Angerhuber, eine Autorin phantastischer Werke, die ich bisher überhaupt nicht kannte. Nun habe ich das Gefühl, mehr über sie zu wissen als wenn ich ein paar Geschichten gelesen hätte, so ausführlich geht Slawomir Wielhorski in 15 Seiten mit gefühlten 150 Fußnoten auf sie ein. Bemerkenswert. Genau der Anspruch auf Vollständigkeit und Detailverliebtheit gefällt mir. Es gibt leider kaum eine Chance, Literatur von ihr zu finden. Bei Thalia gar nicht und bei amazon finden sich nur zwei Anthologien, bei denen sie Mitherausgeberin und/oder eine von vielen ist.

Für Hinweise von euch, wo und wie ich an Literatur von ihr kommen kann bin ich also dankbar. Laut den diversen Fußnoten waren echt viele Fanzines dabei.

 

Meine Hintergedanken vor dem Kauf

Ich hatte mir das "Handbuch für Autorinnenund Autoren" gekauft, dort die Literaturmagazine durchgeforstet und überlegt, wer von denen Interesse an meinen Kurzgeschichten haben könnte. Eine weitere Recherche im Internet ergab, dass ein Großteil der von mir hierfür vorgemerkten Magazine entweder inzwischen eingestellt wurden oder zurzeit keine Texte suchen.

Von den verbliebenen habe ich mir dann jeweils die letzten Ausgaben bestellt. Bei der Arcana glaube ich aber nicht, dass die meine Texte wollen. Die veröffentlichen eher Autor*innen, zu denen ich nicht so bald gehören möchte. Nämlich bereits verstorbene.

Das Lesen der beiden Ausgaben meinen Horizont erweitert, mir einige Autor*innen und Phantasik-Forschende nähergebracht und mir einige Punkte zum Weitersuchen und Weiterlesen geboten.

Texte hinschicken werde ich nicht. Möglicherweise verfüge ich das in meinem Testament.

 

Ich teste als nächstes die Quarber Merkur. Nicht, weil ich glaube, dass die meine Kurzgeschichten wollen. Ich vermute richtig gute Artikel, die meinen Horizont erneut erweitern werden. Die neueste Ausgabe #120, eine Rezension erfolgt dann alsbald an dieser Stelle.

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