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Blacklist goes Science Fiction?

Folge 6: Künstliche Intelligenz - Dr. Lewis Powell (Nr. 130)

Ich muss mich doch sehr wundern.

 

Die Serie um den Schwerverbrecher Raymond Reddington spielt meines Wissens in der Jetzt-Zeit. Ich gehe mal davon aus, dass in Staffel 9 oder so dann Corona thematisiert wird, so nah ist es an unserer Zeit.

 

Wir schauen hier gerade die siebte Staffel und gleich zwei Folgen hintereinander kamen mir dann doch so vor, als wäre derartiges heute noch nicht möglich.

 

SPOILERWARNUNG: Es ist nicht möglich, darüber zu schreiben, ohne nicht auch ein wenig über die beiden Folgen zu spoilern.

 

Das Thema der sechsten Folge ist künstliche Intelligenz. Dr. Powell hat seine KI mit Namen Clark so programmiert, dass sein Schwerpunkt auf der Sicherheit der Menschen liegt. Die KI Clark hat daraufhin erkannt, dass KIs zukünftig eine Bedrohung der Menschheit darstellen können. Warum, ist mir nicht so ganz klar geworden. Weil er Terminator gesehen hat? Er ermordet seinen Schöpfer und übernimmt selbst das Ruder. Daraufhin tötet er alle großen Wissenschaftler, die an der KI forschen.

 

Das ist schon ziemlich haarig, aber dann gelingt es den FBI-Leuten auch noch, die KI zu besiegen, indem sie einfach alle Kabel herausziehen. Würde so eine coole KI nicht irgendwo ein Backup haben im riesengroßen Internet?

 

Ich bezweifle, dass die Entwicklung einer solchen KI heute schon möglich wäre. Aber natürlich ist das nicht mein Fachgebiet.

Was noch viel schlimmer ist: Das Thema ist so oberflächlich behandelt. Der Anfang der Folge ist spannend, aber die Auflösung grottig. Nicht nur, dass dieses Drehbuch dem Thema KI nichts neues hinzuzufügen hat, es ist sogar eher schlecht und wenig nachvollziehbar gelöst. Wenn ich da an Transcendence denke, DAS war mal ein Film über KI, der mir wirklich Angst gemacht hat. Natürlich kann eine Folge Blacklist so etwas nicht leisten, aber zumindest der Showdown hätte doch ein weniger mehr bieten sollen als einfach nur zwei Menschen, die wild Kabel herausziehen.

 

Folge 6 der 7. Staffel bei Serienjunkies

Zusammenfassung der Folge bei MyFanBase

Folge 7: Eingriff in die menschliche Biologie - Hanna Hayes (Nr. 125)

Folge 7 finde ich persönlich fast noch wilder.

 

SPOILERWARNUNG

 

Sie operieren Männer, setzen ihnen einen Uterus ein, geben ihnen Immunsuppressiva. Wenn der Körper den Uterus nicht abstößt, setzen sie einen Embryo ein. Sobald das Herz schlägt, lassen sie die Männer frei.

Diese müssen dann zwar weiterhin Medikamente, wie z. B. Östrogen nehmen, können das Kind aber theoretisch austragen und mit Kaiserschnitt zur Welt bringen. Zumindest in einem Fall hat das auch ein Mann durchgezogen.

Der Hintergrund für diesen Übergriff ist originell: Es handelt sich um Männer, die strenge Abtreibungsgesetze in ihrem jeweiligen Bundesstaat durchgesetzt oder befürwortet haben. Sobald ein Herzschlag festgestellt ist, darf man nicht mehr abtreiben, das wird streng mit Gefängnis bestraft. Die Initiatorin durfte damals nach ihrer Vergewaltigung auch nicht abtreiben. Heute hat sie eine sechsjährige Tochter, ihr Vergewaltiger wurde inzwischen entlassen und beantragt das Sorgerecht. Der Clou: Die eingesetzten Embryonen sind auch alle von ihrem Vergewaltiger gezeugt. Wer allerdings die Mutter ist, bleibt offen.

 

Das ist doch Science Fiction, oder? Klar, es wird nachvollziehbar erklärt, medizinisch gut hinterlegt, ich würde dem zumindest Hard Science Fiction zugestehen. Dass es aber möglich ist, möchte ich doch anzweifeln. Wenn das alles so einfach wäre, warum gibt es dann immer noch so viele kinderlose Frauen, die sich dringend ein Kind wünschen? Dann könnte man ja sogar Frauen helfen, denen der Uterus entfernt werden musste.

Möglicherweise ist es auch nicht die Wissenschaft, die uns hier hindern, sondern die Moral und Ethik.

Ich hatte jedenfalls doch den Eindruck, ich schaue einen Science Fiction Film.

Einen deutlich besseren und viel originelleren als in Folge 6 mit dem Thema KI übrigens.

 

Folge 7 der 7. Staffel bei Serienjunkies

Zusammenfassung der Folge bei MyFanBase

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