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DNA von Yrsa Sigurdardóttir

Harte Fakten

Titel  DNA: Band 1 von Kommisar Huldar und Psychologin Freyja
Autor*in  Yrsa Sigurdardóttir
Erscheinungsjahr  2016
Seitenzahl  512
Länge Hörbuch 13 Std. 43 Minuten
Sprecher*in Mark Waschke

Inhalt

Obwohl ich das Hörbuch direkt nach dem recht anspruchsvollen und extrem guten Roman von McEwan "Maschinen wie ich" gehört habe, habe ich mich sehr amüsiert, unterhalten und wurde gut gefesselt.

 

OK, Sigurdardóttir hat nicht den literarischen Anspruch und die coole Philosophie von McEwan - aber sie kann Trhiller schreiben, so viel steht fest. Da ich ja nicht ständig nur anspruchsvolle SF von Kate Wilhelm und Ursula le Guin lesen kann, möchte auch ich mich mal erholen.

 

Die Protagonisten Freyja und Huldar kommen hier erstmalig vor. Das Privatleben der Protas spielt eine untergeordnete, aber eine durchaus interessante Rolle. Beide sind Single und hatten sich kürzlich in einer Bar kennengelernt, eine vielversprechende Nacht miteinander verbracht. Doch am nächsten Morgen war Huldar weg. Freyja entsprechend sauer und enttäuscht, zumal sie von seinen (durchaus windigen) Beweggründen nichts ahnt. Sie treffen sich dann beruflich wieder und sind gezwungen, miteinander auszukommen. Klassische Situation, aber etwas anders, denn normalerweise hatten die Leute ja nicht Sex, bevor der Roman überhaupt beginnt. Oder jedenfalls selten.

 

Der Mörder, der gesucht wird, hat es in sich. Nach einem vielversprechenden Prolog in den Achtziger Jahren (ein wirklich spannender, notwendiger Prolog) über drei Kinder, die adoptiert werden sollten, springen wir zum Jahr 2015. Eine Familienmutter und Ehefrau eines Frauenarzt wird brutal ermordet. Es folgen weitere Opfer.

 

Die Perspektive geht auch immer mal wieder zu einem Chemiestudenten, der Hobby-Funker ist und eine seltsame Radiosendung aufschnappt, die offenbar in Zusammenhang mit den Morden steht. Seine Perspektive und Rolle in der Geschichte macht meiner Meinung nach den Thriller außergewöhnlich und spannend - zumal ich mich trotz seiner unübersehbaren Macken sehr gut mit ihm identifizieren kann.

 

Einiges ahnt man im Voraus, vieles aber nicht. Es ist einer dieser richtig gut gemachten Krimi, bei denen ich ungefähr fünf Minuten vor der Auflösung die Lösung weiß - jedenfalls in Teilen.

 

Alle Figuren und Situationen sind authentisch und spannend dargestellt, es gibt etwas zu schmunzeln. Einige Erwartungen werden erfüllt, andere nicht. Dieser Thriller kann vielleicht nicht so recht mit Agatha Christie mithalten, er ist aber um Längen besser als andere, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Für Leute, die das Genre Krimi und/oder Thriller mögen, kann ich ihn empfehlen.

 

Es gibt nicht ganz so viel isländischen Lokalkolorit, außer dass es ständig kalt ist. Das hätte sie noch ausbauen können. Vielleicht kommt das ja in den Folgebänden oder Einzelromanen.

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